(UND KLEINERE, AQUARIENFREUNDLICHERE ALTERNATIVEN)

Der Besatz eines Aquariums mit Fischen ist einer der spannendsten Aspekte des Aquaristikhobbys: Ein leeres Aquarium bietet dem Hobby-Aquarianer hunderte von Möglichkeiten und Fischarten zur Auswahl. Obwohl die meisten Fische im Aquaristikfachhandel für das durchschnittliche Heimaquarium mit den entsprechenden Wasserparametern geeignet sind, sollten einige Arten auf jeden Fall vermieden werden. Anfänger in diesem Hobby sind sich dessen jedoch möglicherweise nicht bewusst und kaufen einen Fisch, der für ihr Aquarium völlig ungeeignet ist.

In der letzten Zeit tauchen diese „Monsterfische“ immer häufiger im Aquaristikfachhandel auf und gelangen damit immer öfter in die Aquarien von Hobby-Aquarianern. Dieser Trend ist problematisch, da er in der Regel dazu führt, dass die Tiere leiden. Manchmal werden sie sogar in der freien Natur ausgesetzt, wo sie zur Entwicklung einer invasiven Population beitragen können, die das Potenzial hat, verheerende Auswirkungen auf das lokale Ökosystem zu haben.

Im Folgenden finden Sie eine Liste mit zehn dieser Fische und mit jeweils einer kleineren, angemesseneren Variante.

10 – Oscar (Astronotus ocellatus)

Der Oscar wächst schnell bis zu einer Länge von 30 cm heran. Er ist zwar nicht so groß wie andere Arten auf dieser Liste, aber sollte hier aufgeführt werden, da er sehr beliebt ist. Der Oscar ist neugierig, hat Persönlichkeit und ist relativ anspruchslos und ist daher ein großartiger Fisch sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Hobby-Aquarianer. Aber er benötigt ein großes Aquarium und eine leistungsstarke Filterung. Junge Oscars werden normalerweise mit einer Größe von ca. 5 cm verkauft und sind sowohl niedlich als auch neugierig. Wenn sie erstmal in das Aquarium eingesetzt wurden, fressen sie absolut alles, was ihnen in den Weg kommt, und brauchen schnell ein Aquarium mit mindestens 375 Litern Wasser.

Aquarienfreundliche Alternative: Obwohl sie nicht wachsen, bis sie unverhältnismäßig groß sind, sind Oscars trotzdem keine gute Wahl für den durchschnittlichen Hobby-Aquarianer. Etwas kleinere südamerikanische Cichliden, wie beispielsweise der Smaragdbuntbarsch (Hypselecara temporalis) oder der Feuermaulbuntbarsch (Thorichthys meeki), können die bessere Wahl sein.

9 – Goldfisch (Carassius auratus)

Der wohl am häufigsten misshandelte Fisch auf diesem Planeten ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Goldfisch. Er wird auf Kindergeburtstagen verschenkt und dabei wird versprochen, dass er nur ein kleines Becken, Raumtemperaturwasser und etwas Futter benötigt. In Wirklichkeit wird der Goldfisch mehr als 30 cm lang und benötigt riesige Aquarien oder Teiche mit einer sehr starken Filterung. Außerdem können Goldfische sehr alt werden – bei richtiger Pflege schon mal älter als 25 Jahre. Das normale Kind auf der Geburtstagsfeier des Freundes kann wohl kaum für solch eine Verantwortung einstehen.

Aquarienfreundliche Alternative: Der Kardinalfisch (Tanichthys albonubes) ist ein kleiner, attraktiver, zählebiger Kaltwasserfisch. Eine Gruppe mit 6 Fischen oder mehr kann gut in kleinen Aquarien ohne Heizer gehalten werden.

8 – Saugmaulwels (Hypostomus plecostomus)

Der im Allgemeinen als „sauberer Fisch“ verkaufte Saugmaulwels wird bis zu 60 cm lang und produziert eine unglaubliche Menge an Schmutz. Wenn die Saugmaulwelse noch jung sind, konsumieren Sie einige Algen und „reinigen“ dabei das Aquarium wohl etwas. Die meisten Saugmaulwelse finden jedoch schnell Geschmack an dem gefütterten Fischfutter und ignorieren dann die Algen völlig. Außerdem führt die riesige Menge an Verunreinigungen, die sie produzieren, zu mehr Algenwachstum und hebt so den Nutzen, den sie einmal hatten, auf. Des Weiteren können Saugmaulwelse bei falscher Fütterung die Schleimmäntel anderer Fische verzehren, was Neulingen im Aquaristikhobby oft erleben. Aufgrund ihrer Größe können sie dabei einen erheblichen Schaden anrichten: Die von ihnen angegriffenen Fische können sehr anfällig für Krankheiten sein oder sogar sterben.

Aquarienfreundliche Alternative: Der Antennenwels (Ancistrus sp.) ist ein kleinerer Loricariid als der Saugmaulwels und konsumiert bereitwilliger Algen und anderes organisches Material.

7 – Riesengurami (Osphronemus goramy)

Auch wenn die meisten Guramis eine wunderbare Wahl für Anfänger sind, ist es der Riesengurami – wie der Name schon sagt – nicht. Der Riesengurami ist ein aktiver Fisch mit einem hohen Stoffwechsel und kann länger als 60 cm werden – und das ziemlich schnell. Ein Aquarium mit mindestens 750 Litern Wasser wird in der Regel für ein einziges Exemplar empfohlen. Wenn Riesenguramis in kleineren Becken gehalten werden, können Sie gegenüber anderen Aquarienbewohnern sehr aggressiv werden.

Aquarienfreundliche Alternative: Die meisten anderen Guramis sind eine gute Wahl für kleinere friedliche Gemeinschaftsaquarien. Der Mosaikfadenfisch (Trichopodus leerii) ist eine besonders gute Wahl, da er attraktiv und friedvoll ist und eine für ein Aquarium angemessene Größe erreicht.

6 – Schwarzer Pacu (Colossoma macropomum)

Der pflanzenfressende Cousin des Piranhas, der Schwarze Pacu, ist eine interessante, freundliche und anspruchslose Fischart, die auch für das größte Heimaquarium zu groß wird. Da der Schwarze Pacu häufig länger als 70 cm wird, benötigt er ein Aquarium mit mehr als 2.500 Litern Wasser. In der freien Natur können Pacus dank ihres speziellen Kiefer-Mahlsystems Samen und Nüsse fressen. In Gefangenschaft kann dies gefährlich sein, da diese Fische damit auch Finger zermahlen und abbeißen können. Im Jahr 2004 musste ein Kleinkind operiert werden, nachdem ihm ein Pacu in der Edinburgh Butterfly and Insect World in Schottland in den Finger gebissen hatte.

Aquarienfreundliche Alternative: Der Silberdollar – ein generischer Name für verschiedene südamerikanische Salmler – sieht ähnlich wie der Schwarze Pacu aus und zieht ebenfalls pflanzliches Futter vor. Aber sie sind viel kleiner und sind für kleinere Aquarien geeignet.

5 – Tausenddollarfisch (Chitala ornata)

Altwelt-Messerfische sind faszinierende Tiere, und viele Arten machen sich sehr gut in Aquarien, in denen andere große, friedliche und räuberische Arten leben. Der Tausenddollarfisch ist jedoch ein Monster, das schnell bis zu einer Länge von 90 cm heranwächst und ein riesiges Aquarium benötigt. Seine Popularität im Aquaristikfachhandel ist erschreckend: Er wird normalerweise als kleiner, niedlicher 8 cm großer junger Fisch verkauft. Er ist jedoch eine empfindliche, anspruchsvolle Art und ein sehr wählerischer Fresser, der nur für sehr erfahrene Fischhalter geeignet ist. Der Tausenddollarfisch ist eine der invasivsten Arten der Welt, auch aufgrund der Häufigkeit, mit der er aus seinem Aquarium herauswächst und anschließend in der freien Natur ausgesetzt wird.

Aquarienfreundliche Alternative: Viele Arten des Altwelt-Messerfisches wachsen zu Längen heran, die für Aquarien geeigneter sind als der Tausenddollarfisch und demnach die bessere Wahl für den durchschnittlichen Hobby-Aquarianer sind. Der Weißstirn-Messerfisch (Apteronotus albifrons), der Grüne Messerfisch (Eigenmannia virescens) und der Afrikanische Messerfisch (Xenomystus nigri) kommen alle relativ häufig vor und sind kostengünstig zu erwerben und zeigen das gleiche faszinierende Verhalten und die Charakterzüge wie der Tausenddollarfisch.

4 – Arowana (Osteoglossum spp., Scleropage spp., und Heterotis niloticus)

Die Arowanas, die auch als Drachenfische bekannt sind, sind ebenso majestätisch und unglaublich schön zu beobachten wie sie für die meisten Heimaquarien ungeeignet sind. Arowanas erreichen je nach Art Längen von 90 bis zu 120 cm und benötigen daher riesige Aquarien und sind dennoch häufig im Aquaristikfachhandel erhältlich. Arowanas sind kraftvolle Fische und versierte Springer: In einem Aquarium kann dies problematisch sein, da ein gestresster Fisch oder ein in einem zu kleinen Aquarium gehaltener Fisch immer wieder springen und sich letztendlich verletzen wird.

Aquarienfreundliche Alternative: Sogar der kleinste Arowana wird bis zu 1 m lang und ist daher für Anfänger nicht zu empfehlen. Der Schmetterlingsfisch (Pantodon buchholzi) ist eine faszinierende, an der Wasseroberfläche lebende Fischart, die genauso interessant aussieht wie die Arowanas. Und auch wenn diese Fische ziemlich anspruchsvoll sind, sind sie doch die bessere Wahl für die meisten Hobby-Aquarianer.

3 – Pangasius (Pangasianodon hypophthalmus)

Der zuvor auf dieser Liste aufgeführte Fisch ist zwar für die Mehrheit der Hobby-Aquarianer ungeeignet, kann jedoch in sehr, sehr großen Aquarien gut zu Hause gehalten werden. Der Pangasius ist jedoch der erste Fisch, der wirklich nur in öffentliche Aquarien gehört. Seine Popularität im Aquaristikfachhandel ist daher problematisch: Der Pangasius wird in kleinen Größen verkauft und sieht ähnlich wie ein Hai aus; daher ist es einfach zu verstehen, warum Aquaristik-Neulinge Interesse an dem Pangasius zeigen. Diese Riesen werden jedoch bis zu 120 cm lang und müssen in Gruppen von mindestens 5 Fischen gehalten werden, um gedeihen zu können. Andernfalls führt dies zu stark verkümmerten, stark gestressten Tieren, die wahrscheinlich leiden und zu schnell sterben werden.

Aquarienfreundliche Alternative: Sowohl der Feuerschwanz-Fransenlipper (Epalzeorhynchos bicolor) als auch der Grüne Fransenlipper (Epalzeorhynchos frenatum) sehen dem Pangasius auch irgendwie ähnlich, aber werden nur ca. 15 cm lang.

2 – Tiger-Spatelwels (Pseudoplatystoma tigrinum)

Der Tiger-Spatelwels ist der zweite Fisch auf dieser Liste, der definitiv nicht in ein Heimaquarium gehört. In Aquarien erreicht der Tiger-Spatelwels regelmäßig eine Länge von 120 cm und in der freien Natur wird von Längen von bis zu 2,50 m berichtet. Enorm große Aquarien mit tausenden von Litern Wasser sind für diese Fischart nötig und auch diese ermöglichen es den Tieren nicht, sich so zu bewegen, wie sie es in der freien Natur tun würden. Auch die Fütterung dieser Tiere ist recht anspruchsvoll: Nicht weil sie wählerische Fresser sind, sondern weil sie eine enorme Menge an Nahrung benötigen, um ihre schnelle Wachstumsrate und ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten.

Aquarienfreundliche Alternative: Es gibt nur wenige Welsarten, die für ein Aquarium eine noch schlechtere Wahl wären als der Tiger-Spatelwels. Der Engel-Antennenwels (Pimelodus pictus) sieht dem Tiger-Spatelwels ähnlich, wird aber nur ca. 12 cm lang. Die meisten Synodontis-Welsarten sind ebenfalls eine gute Wahl.

1 – Rotflossen-Antennenwels (Phractocephalus hemioliopterus)

Der Rotflossen-Antennenwels sprengt nun wirklich jedes Aquarium und nur das allergrößte öffentliche Aquarium ist ein einigermaßen angemessener Ort, um einen ausgewachsenen Rotflossen-Antennenwels darin unterzubringen. Als schnell wachsende Fischart kann ein junger Rotflossen-Antennenwels leicht mehr als zwei Zentimeter pro Woche wachsen und in weniger als einem Jahr eine Länge von 60 cm erreichen. Erwachsene Fische messen häufig mehr als 120 cm – der größte dokumentierte Rotflossen-Antennenwels war 160 cm lang und wog 55 kg. Leider werden diese Fische im Aquaristikfachhandel immer noch häufig angeboten – meist als kleine, harmlose junge Fische. Nur wenige Monate später – das Tier ist bereits zu einem Monster herangewachsen – erkennt der Hobby-Aquarianer, wie ungeeignet diese Fischart für sein Aquarium ist.

Aquarienfreundliche Alternative: Fast jede Welsart, die es im Aquaristikfachhandel zu kaufen gibt, ist eine bessere Wahl als ein Rotflossen-Antennenwels. Liniendornwelse (Platydoras spp.) ähneln dem Rotflossen-Antennenwels in Sachen Aussehen und Persönlichkeit und eignen sich viel eher für das Heimaquarium. Auch Corydoras-Welsarten können eine gute Wahl sein.