Teil 1: Der Tanganjikasee

Der afrikanische Kontinent beheimatet die Seen Tanganjika, Malawi und Victoria, drei riesige Gewässer, in denen eine enorme Vielfalt faszinierender Cichliden lebt. Diese Seen befinden sich im Ostafrikanischen Graben (East African Rift, EAR), einer aktiven kontinentalen Grabenzone, deren Entwicklung vor rund 25 Millionen Jahren begann. Der Ostafrikanische Graben ist eine divergente tektonische Plattengrenze, an der die afrikanische Platte dabei ist, sich in zwei Teile zu spalten. In der Folge haben sich Vertiefungen gebildet, die sich im Laufe der Zeit mit Wasser gefüllt und Seen geschaffen haben. In etwa 10 Millionen Jahren wird eine der beiden tektonischen Platten abbrechen und es wird ein neues Ozeanbecken entstehen.

Der Ostafrikanische Graben besteht aus zwei Hauptzweigen, dem östlichen Grabenbruch und dem westlichen Grabenbruch. Der östliche Grabenbruch durchquert Äthiopien und verläuft dann südlich über Kenia, Tansania und Malawi bis nach Mosambik. Der Malawisee liegt im östlichen Zweig des Grabens. Der westliche Grabenbruch verläuft entlang der östlichen Grenze der Demokratischen Republik Kongo; hier liegt der Tanganjikasee und mehrere andere kleinere Seen. Der Viktoriasee befindet sich nicht in einem dieser Hauptzweige sondern dazwischen.

Die Seen des Grabenbruchs gehören zu den ältesten, tiefsten und größten Seen der Welt. Der Tanganjikasee ist der zweittiefste (1.470 m) und drittgrößte (18.900 km3) See, und der Malawisee ist der sechsttiefste (706 m) und fünftgrößte (7.725 km3) See der Welt. Der Viktoriasee ist dagegen eher flach (84 m), hat aber eine enorme Ausdehnung (68.870 km2) und ist damit der neuntgrößte (2.700 km3) See der Welt.

Im ersten Teil dieses Artikels geben wir einen Überblick über die Cichliden vom Tanganjikasee.

Die Cichliden im Tanganjikasee:

Einrichtung eines Aquariums und Pflege:

Tanganjikasee-Cichliden können in vielen verschiedenen Kombinationen zusammen in ein Aquarium eingesetzt werden. Im Allgemeinen wird empfohlen, Arten zu kombinieren, die auch in der freien Natur zusammenleben. Dies ermöglicht eine natürlichere Einrichtung des Aquariums und erleichtert die Fütterung, da die Fische mehr oder weniger die gleiche Nahrung erhalten.

Tanganjika-Gemeinschaftsbecken enthalten in der Regel Felsen als Hauptmerkmal. Aufgrund der Grabgewohnheiten der Cichliden ist beim Bau von Felsstrukturen Vorsicht geboten. Setzen Sie die größten Felsen vorsichtig auf die Bodenscheibe des Aquariums und fügen Sie anschließend Sand oder feinen Kies hinzu. Dies trägt zur Stabilität der Felsstruktur bei und hilft zu verhindern, dass die Felsen möglicherweise umkippen und damit das Aquarium beschädigen.

Beim Kauf Afrikanischer Cichliden wird empfohlen, Gruppen von Jungfischen zu wählen, um die Paarbildung zu erleichtern und eine bessere Anpassung an die Bedingungen im Aquarium zu ermöglichen. Insbesondere Tropheus sollten immer in Gruppen von mindestens sechs Fischen gekauft werden.

Wasserbedingungen und Wartung:

Tanganjikasee-Cichliden bevorzugen basisches, hartes Wasser: pH-Werte von 8,5 bis 9,0 und GH-Werte von etwa 200 bis 280 mg/l werden empfohlen. Die Wassertemperatur sollte im Bereich von 24 bis 26°C liegen. Angesichts des höheren pH-Wertes ist eine hocheffiziente biologische Filterung unerlässlich (Stickstoffverbindungen sind bei einem höheren pH-Wert toxischer). Der Wasserwechsel sollte jede Woche im Bereich von 25% liegen – umfangreichere Wasserwechsel werden von diesen Arten, insbesondere den Jungfischen, oft nicht gut vertragen.

Tanganjikasee-Cichliden lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:

Felsweidende Cichliden:

  • Gattung: Eretmodus, Petrochromis, Spathodus, Tanganicodus, Tropheus
  • Beckengröße: 300 l Minimum
  • Einrichtung des Aquariums: dichtes Felsgestein (zur Rückseite des Aquariums hin höher gestapelt), relativ helle Beleuchtung zur Stimulierung des Algenwachstums auf den Felsen
  • Verhalten: aggressiv, streitlustig, territorial
  • Hauptfutter: für Pflanzenfresser

An Felsen & auf Sand lebende Cichliden:

  • Gattung: Aulonocranus, Cyathopharynx, Cyprichromis, Lestradea, Ophtalmotilapia, Paracyprichromis, Xenotilapia
  • Beckengröße: 300 l Minimum
  • Einrichtung des Aquariums: hintere und seitliche Felswände, einige Partien mit Steinen und Kieseln, eingetopfte Vallisneria, große offene Flächen mit Sand
  • Verhalten: etwas aggressiv
  • Hauptfutter: für Fleischfresser

An Felsen & in Höhlen lebende Cichliden:

  • Gattung: Altolamprologus, Chalinochromis, Julidochromis, Lamprologus, Neolamprologus, Ophtalmotilapia, Telmatochromis
  • Beckengröße: 100 l Minimum
  • Einrichtung des Aquariums: Höhlen- und Felswandstruktur, aufrecht stehende Felsen, eingetopfte Vallisneria, leere Muscheln
  • Verhalten: aggressiv, territorial
  • Hauptfutter: für Fleischfresser